Milchkrise

Gemeinsam am Markt agieren


Molkereien in Deutschland können auf Grund ihrer zersplitterten Struktur gegen die Macht der fünf großen Lebensmitteleinzelhändler nur wenig ausrichten. Hier sieht der Bauernverband in Schleswig-Holstein durchaus Verbesserungsmöglichkeiten. Um die Stellung im Wettbewerb gegenüber ausländischen Anbietern und gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel zu verbessern, seien größere Einheiten sinnvoll.

In anderen EU-Ländern mit einem hohen Marktanteil genossenschaftlicher Molkereien würde ein höheres Preisniveau aufgerufen. Nun lasse das geänderte Agrarmarktstrukturgesetz eine gemeinsame Vermarktung von Molkereien zu. Nur so könnten Verkaufsverhandlungen auf Augenhöhe und mit angemessenen Abschlüssen geführt werden, teilte der Bauernverband in Schleswig-Holstein mit.

Weniger ist mehr

In einem Forderungskatalog zur Milchkrise schlägt der Verbandsausschuss verschiedene Maßnahmen vor, um die Mengen zu reduzieren:
- Preisdifferenzierung, aber ohne Produktionsanreiz
- zeitlich befristete europäische Ausstiegshilfen für aufgabewillige Betriebe, um den Ausstieg aus der Milchproduktion sozialverträglich gestalten zu können
- staatliche Beratungsunterstützung für aufgabewillige Betriebe
- freiwillige Mengenreduzierung
- Butterverwendung in Speiseeis und verstärkte Schulmilchförderung.

Auch die Intervention hält der Landesfachausschuss für ein wirksames Instrument. Statt eines  Ausschreibungsverfahrens sollte die EU-Kommission weitere Kontingente für die Intervention zum Festpreis eröffnen; allerdings auch in diesem Fall zu einem Preisniveau, das keine Produktionsanreize auslöse. (da)
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