Niedersachsen

Gemeinsam für mehr Weidehaltung


Von der Weidehaltung verspricht sich Landwirtschaftsminister Meyer mehr Tier- und Umweltschutz.
-- , Foto: Andre Hermsdorf/pixelio
Von der Weidehaltung verspricht sich Landwirtschaftsminister Meyer mehr Tier- und Umweltschutz.

20 Vertreter aus Landwirtschaft, Wirtschaft und von Nichtregierungsorganisationen unterzeichneten heute die „Charta Weideland Norddeutschland“. Das Dokument sei eine wichtige Wegmarke für Niedersachsens ambitioniertes Weidemilchprogramm, erklärte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). Darüber hinaus sei es ein klares Bekenntnis sowohl zum Erhalt der Weidehaltung, als auch zur Förderung von Grünland, Tierwohl unterstützender Weidehaltung, kultureller Tradition und Artenvielfalt.

Weideland Niedersachsen
Zu den Unterzeichnern der Charta gehören  neben landwirtschaftlichen Organisationen wie dem Landvolk, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter auch Natur- und Umweltschutzverbände, Molkereien, die Universität Göttingen, die Welttierschutzgesellschaft, Slow Food Deutschland und das Grünlandzentrum Niedersachsen-Bremen. Dieses koordiniert seit Frühjahr 2014 das vom Land Niedersachsen mit insgesamt fast 290.000 Euro geförderte dreijährige Projekt „Weideland Niedersachsen“, an dem auch die Georg-August-Universität Göttingen und die Molkerei Ammerland beteiligt sind.

Grünland sinnvoll nutzen

Auch der Geschäftsführer des Grünlandzentrums Niedersachsen-Bremen, Arno Krause, lobte die Vereinbarung: „Wer Grünland schützen will, muss dafür sorgen, dass es sinnvoll genutzt wird“, so Krause. Ziel müsse sein, die Wertschöpfung in der Landwirtschaft zu steigern und zugleich die Ansprüche der Gesellschaft zu berücksichtigen. In der Charta setzen sich die Unterzeichner dafür ein, dass die Weidehaltung von Milchkühen als prägendes Merkmal von Landschaft und Landwirtschaft eine Zukunft hat. Die Gesellschaft wolle mehrheitlich Kühe auf der Weide sehen, so Meyer. Deshalb sollte durch eine klare Weidemilchkennzeichnung auch eine höhere Wertschöpfung beim Verbraucher erzielt werden können. Er mache sich Sorgen, „dass sich die Tendenz zur ganzjährigen Stallhaltung verfestigt. Diesem Trend wollen wir auch mit der Charta entgegensteuern.

Kriterien für Weidemilch definieren

Die Unterzeichner der Charta bekennen sich zur „Aufrechterhaltung der Weidehaltung von Milchkühen als relevanter Bestandteil der norddeutschen Produktionssysteme“. Sie plädieren für eine „diversifizierte Milchwirtschaft“, um flexibler auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren. Zugleich loben sie die positiven Effekte der Weidehaltung auf Umwelt, Tiergesundheit, Landschaftsbild und Tierwohl. Landwirten, Molkereien, Handel, Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie Nichtregierungsorganisationen sollen Kriterien für Weidemilch und Weidegang definieren. (SB)
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