Friedrich-Loeffler-Institut

Genbank für alte Nutztierrassen


Am Donnerstag wird die Deutsche Genbank landwirtschaftlicher Nutztiere offiziell eröffnet. Sie hat ihren Standort im Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) in Mariensee bei Hannover. In ihr soll genetisches Material vorwiegend von gefährdeten landwirtschaftlichen Nutztierrassen eingefroren werden, teilt das FLI mit. Hierfür werden Keimzellen (Spermien und Eizellen), Embryonen und anderes Erbmaterial in Stickstoff dauerhaft eingefroren. Sie können zu einem späteren Zeitpunkt für Erhaltungszuchtprogramme oder spezifische Forschungsfragen genutzt werden. Ziel ist es, ein Archiv von genetischem Material aufzubauen, das die Vielfalt der einheimischen landwirtschaftlich genutzten Tierrassen abbildet. So könnte eine vom Aussterben bedrohte Rasse wieder aufgebaut werden. Die Genbank ermögliche darüber hinaus den Austausch von Material zur Ergänzung entsprechender Sammlungen im In- und Ausland, so das FLI.

Die Genbank landwirtschaftlicher Nutztiere versteht sich als Netzwerk verschiedener Einrichtungen von Bund und Ländern. Sie basiert auf einer Bund-Länder-Vereinbarung, die am 1. Januar 2016 in Kraft trat. Das Erbgut-Lager des Bundes befindet sich im Friedrich-Loeffler-Institut für Nutztiergenetik in Mariensee in der Nähe von Hannover. Schon seit den 1990er Jahren werden dort Rindersperma und -embryonen als Genreserve eingefroren. Derzeit läuft ein Projekt, in dem Sperma von bedrohten einheimischen Geflügelrassen eingefroren wird.

Das Informationszentrum biologische Vielfalt der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wird die bundesweit eingelagerten Proben dokumentieren. Mit der Eröffnung der Genbank sei ein wichtiger Bestandteil des 2003 beschlossenen nationalen „Fachprogramms zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung tiergenetischer Ressourcen in Deutschland“ umgesetzt worden, so das FLI. (SB)
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