Cibus-Raps

Gentechnik-Gegner fordern Anbauverbot


Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat der US-amerikanischen Firma Cibus bescheinigt, dass der von ihr entwickelte herbizidresistente Raps als konventionelle Züchtung einzustufen sei. Obwohl die Pflanzen mit einer „neuen gentechnischen Methode" produziert wurden, habe das BVL dem Unternehmen damit einen Freifahrtschein für die Aussaat in Deutschland erteilt, kritisiert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). „Anstatt mit einer voreiligen Freisetzung Fakten zu schaffen, muss die Bundesregierung jetzt schnell handeln und die Aussaat des Cibus-Raps stoppen“, fordert Annemarie Volling (AbL).

Das verwendete Verfahren sei eine fortgeschrittene Züchtungstechnik, die jedoch nicht zu GVO führe, argumentiert dagegen das BVL. Durch Mutagenese werden im Pflanzengenom ortsspezifisch Punktmutationen bewirkt. Mutagenese werde seit Jahrzehnten in der konventionellen Pflanzenzüchtung eingesetzt, ohne dass die mit Hilfe dieses Verfahrens gezüchteten Pflanzen besonderen Zulassungsanforderungen unterliegen, betont das BVL.

Von Freisetzung und Anbau des Cibus-Raps könnten in Deutschland schnell viele Landwirte und Züchter betroffen sein, befürchten dagegen die Kritiker.  „Pollen- und Bienenflug kann man nicht stoppen. Durch den Anbau des Cibus-Raps kann es zu unerwünschten Auskreuzungen der darin eingebauten Herbizidresistenz kommen. Dadurch würde Bio- und konventioneller Raps kontaminiert werden", meint Antje Kölling vom Demeter-Verband. (SB)

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