Untersuchungsbericht

Gentechnik im Saatgut sehr selten

Bundesweit wurden von Oktober 2015 bis September 2016 nahezu 1.000 Saatgutproben von 11 verschiedenen Kulturpflanzen untersucht, und nur bei drei Maispartien fanden die Labore Spuren von Saatgut mit GVO (Gentechnisch Veränderten Organismen). Mais war mit 520 Analysen auch die mit Abstand am häufigsten untersuchte Kultur, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit. Im Vorjahreszeitraum stießen die Kontrolleure bei Mais noch bei 451 Proben auf sechs mit GVO verunreinigte Saatgutpartien.

Erstmals wurden in diesem Jahr auch die Luzerne in das Untersuchungsprogramm einbezogen. Weitere Kulturen waren Sommer- und Winterraps, Soja, Winterweizen, Kartoffel, Zuckerrübe, Tomate, Zucchini und Senf. Für die Kontrollen des Saatgutes sind die Bundeländer verantwortlich. Im BVL wurden die Ergebnisse zusammengefasst. GVO-Funde im Saatgut sind äußerst selten. Beim Raps wurden letztmalig im Jahr 2012 Verunreinigungen festgestellt, bei Soja war es im vergangenen Jahr noch eine Partie.

Das Saatgut wird in der Regel so zeitig untersucht, dass es im Falle eines GVO-Nachweises vor der Aussaat eingezogen werden kann. Beprobt werden inländisch erzeugte Saatgutpartien und importiertes Saatgut. Mindestens 10 Prozent der in Deutschland zur Anerkennung vorgestellten Saatgutpartien sollen untersucht werden. In der EU gibt es aktuell nur Sorten einer einzigen zum Anbau zugelassenen Pflanzenlinie, den Maiszünsler-resistenten Mais MON810, für den jedoch in Deutschland seit 2009 ein nationales Anbauverbot gilt. (SB)
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