Fracking

Geowissenschaftler wollen gehört werden

Angesichts ihrer Ansicht nach irreführender Meldungen in den Medien zu Wirkungen des Fracking-Verfahrens befürchten Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hannover, negative gesellschaftspolitische Folgen.

"Häufig werden Gefahren heraufbeschworen, die gar keine sind", erklärt BGR-Präsident Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel. Beim Fracking zur Förderung von Erdgas gebe es weit verbreitete Ängste in der Bevölkerung, die aus geowissenschaftlicher Sicht größtenteils unbegründet seien, so Kümpel. Als bedenklich bezeichnen die Wissenschaftler, dass ihre Expertise bei künftigen Entscheidungen zur Rohstoffversorgung nicht berücksichtigt werden könnte.

Seit den früher 1960er Jahren seien nach Angaben der BGR allein in Niedersachsen bereits mehr als 320 Fracking-Maßnahmen im Rahmen der herkömmlichen Erdgasförderung durchgeführt worden. Die dabei angewandte Technik sei vergleichbar mit der Methode zur Erschließung von Schiefergasressourcen. Bei der bisherigen Förderung mittels Fracking sei nicht ein einziger Vorfall mit negativen Auswirkungen für die Umwelt aufgetreten. Es sei schlicht falsch, beim Fracking von einer unbeherrschbaren Hochrisikotechnologie zu sprechen, so der Präsident der BGR. 

In einer ersten Studie zur Abschätzung des Schiefergaspotenzials hat die BGR die in Deutschland nach heutigem technologischem Stand förderbare Menge von Erdgas aus Schiefergesteinen auf 0,7 bis 2,3 Billionen Kubikmeter beziffert. Diese übersteige die herkömmlichen Vorkommen um ein Vielfaches, meint die BGR. (jst) 
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