Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mehrfach vor Ort ein Bild vom Hochwasser gemacht.
-- , Foto: Bundesregierung/STeins
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mehrfach vor Ort ein Bild vom Hochwasser gemacht.

Zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben sich die Ministerpräsidenten der Länder auf die Gründung eines Aufbaufonds für die Hochwassergebiete in Höhe von 8 Mrd. € geeinigt. Zuvor wurde den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Schleswig-Holstein eine rasche Auszahlung von Soforthilfen vom Bund zugesagt.

Vor dem Treffen heute in Berlin gab es unterschiedliche Vorschläge, um den Hilfsfonds zu finanzieren.

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalts Reiner Haseloff (CDU) schlägt vor, den Solidaritätszuschlag heraufzusetzen, um die Kosten für den Wiederaufbau nach dem Hochwasser zu finanzieren. In der "Mitteldeutschen Zeitung sprach er von einer auf ein Jahr befristeten Erhöhung um bis zu 1,5 Prozent. Damit könnten rund 4 Mrd. € zusammenkommen.

Annährend 305.000 ha Grünland und Ackerflächen seien überflutet worden. Etwa 800 Betriebe haben zudem erhebliche Schäden an ihren Wirtschaftsgebäuden erlitten. Der Deutsche Bauernverband (DBV) schätzt derzeit die Schäden an Gebäuden, Ernte und Flächen auf über 400 Mio.  Inzwischen seien mehr als 430.000 ha Land von Hochwasser und Starkregen betroffen, sagte Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU). Viele Landwirte müssten jetzt Futter zukaufen, um ihre Tiere ernähren zu können.

Nach Ansicht des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wird die Flutkatastrophe die Konjunktur in Ostdeutschland zunächst belasten. “Bald aber werden die einsetzenden Anstrengungen zur Begrenzung und Beseitigung der Schäden die wirtschaftliche Aktivität wie nach der großen Flut im Jahr 2002 stimulieren”, erklärte der Konjunkturexperte am IWH, Udo Ludwig. (da/hed)
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