Kontroverse

Glyphosat-Alarm wird Unstatistik


Zahlenspiele
Die Aktion „Unstatistik des Monats" existiert seit 2012. Wissenschaftler am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) wollen damit auf Fehlinterpretationen von Daten hinwiesen. Das Spektrum ist vielseitig. Glyphosat im Urin hat im Januar 2016 die zweifelhafte Auszeichnung gewonnen. Im Dezember widerlegten die RWI-Fachleute die Werbeaussage der Singlebörse „Parship“, alle 11 Minuten einem Paar zum Glück zu verhelfen. Davor nahmen sie die vermeintlich lebensverlängernde Wirkung von Kaffee und die angebliche Krebsgefahr durch Wurst aufs Korn. (db)
Wieder geht Alarm durch die Republik: Eine vor zehn Tagen veröffentlichte Studie des Umweltbundesamtes (UBA) spricht von einer zunehmenden Belastung des Urins mit Glyphosat. Nach Aussage von Maria Krautzberger besteht „Grund zur Besorgnis“, zitiert die Süddeutsche Zeitung die UBA-Präsidentin. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) kontert mit der „Unstatistik des Monats“. Sie bezieht sich nicht nur auf die UBA-Studie allein, sondern auf den wiederholt behaupteten Verdacht, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ sei.

Denn selbst das UBA hat eingeräumt, dass „der höchste gemessene Wert um den Faktor 1.000 niedriger“ liege als die EU-Lebensmittelbehörde für vertretbar hält. Es gibt, so das RWI weiter, auch keinen Nachweis der Krebsgefahr von Glyphosat. Deswegen sei das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu dem Schluss gekommen, dass die fachgerechte Anwendung von Glyphosat als Pflanzenschutzmittel kein unverantwortliches Risiko darstelle.

Das RWI hat Meldungen zur Höhe des Glyphosatgehalts im Urin deutscher Großstädter bereits 2013 als „groben statistischen Unfug" bewertet. (db)
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