Das Schweizerische Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) betrachten Rückstände von Glyphosat aus der Anwendung als Pflanzenschutzmittel als gesundheitlich unbedenklich für die Bevölkerung. Mit einer erneuten Bewertung des Wirkstoffes reagierten die Behörden auf die durch die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO vorgenommene Einstufung des Wirkstoffs als „wahrscheinlich krebserregend“.

Glyphosat sei in den vergangenen Jahren mehrmals durch verschiedene Behörden, nationale und internationale Expertengremien überprüft und als nicht krebserregend bewertet worden, heißt es in einer Stellungnahme der Behörden. Dabei seien hunderte Studien berücksichtigt worden.

Geringe Rückstände im Urin keine Überraschung

Dass in Untersuchungen in der Schweiz im Urin von Menschen Glyphosat-Rückstände gefunden wurden, überrascht die Behörden nicht. Durch die immer sensitiver werdende Analysemethoden sei es heute möglich, kleinste Konzentrationen in den verschiedenen Stoffen wie Lebensmitteln, Boden, Grundwasser oder eben Urin nachzuweisen. Grundsätzlich sei es möglich, dass Menschen über die Nahrung Rückstände von Glyphosat einnehmen können. Auf Grund seiner chemisch-physikalischen Eigenschaften werde Glyphosat aber im Körper nicht angereichert, sondern sehr schnell und effizient, vorwiegend über den Urin, wieder ausgeschieden. Die gefundenen Werte im Urin mit maximalen Konzentrationen von 0.9 Mikrogramm pro Liter seien sehr niedrig und gesundheitlich unbedenklich, betonen die Behörden in ihrer Stellungnahme. (az)
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