Für Landwirte ist Glyphosat ein unverzichtbares Hilfsmittel, NGOs wollen das Herbizid dennoch vom Acker verbannen.
-- , Foto: Greenpeace
Für Landwirte ist Glyphosat ein unverzichtbares Hilfsmittel, NGOs wollen das Herbizid dennoch vom Acker verbannen.
Organisationen aus 13 EU-Ländern haben am Mittwoch eine Europäische Bürgerinitiative zum Glyphosatverbot gestartet. Die EU-Kommission hatte die Europäische Bürgerinitiative für ein Glyphosatverbot Anfang Januar akzeptiert. Am 25. Januar wurde sie offiziell registriert.

Wie der BUND, einer der Träger der Petition, mitteilt, wollen die Organisationen bis Ende Juni mehr als eine Million Unterschriften sammeln. Dann entscheiden EU-Kommission und die Mitgliedstaaten über eine erneute Zulassung.

Lösung gesucht
Zurzeit befindet sich die Registrierung von Glyphosat in einer Übergangsphase. Die EU-Kommission hat im Juli 2016 die Genehmigung von Glyphosat als Wirkstoff von Pflanzenschutzmitteln verlängert, bis die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) die Einstufung hinsichtlich der Gefährlichkeitsmerkmale aktualisiert hat.
Die Kommission kalkuliert, dass die ECHA maximal zwölf Monate braucht. Sobald der Bericht vorliegt, gilt die Verlängerung noch sechs Monate. Die derzeitige Zulassung endet daher spätestens Ende Dezember 2017. (db)

Initiative verlangt mehr als nur das Glyphosat-Verbot

Insgesamt haben die Organisationen ein Jahr Zeit, Unterstützungsbekundungen zu sammeln. Kommen genug Stimmen aus den Mitgliedstaaten zusammen, muss die Kommission reagieren. Sie kann entweder beschließen, dem Antrag der Initiative Folge zu leisten. Oder sich dagegen entscheiden. Beide Reaktionen muss sie begründen.

Die Inititiative verlangt nicht nur ein Verbot von Glyphosat. Sie fordert auch eine Verschärfung der Pflanzenschutzmittelzulassung in der EU sowie verbindliche Reduktionsziele für deren Einsatz.

Außer dem BUND stehen in Deutschland noch die Bürgerbewegung Campact, das Pestizid-Aktions-Netzwerk PAN Germany, das Umweltinstitut München und WeMove.EU hinter der Initiative. (got)
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