Initiative Tierwohl

Greenpeace demonstriert bei Lidl

In 50 Städten will Greenpeace am morgigen Samstag vor Lidl-Filialen gegen die Haltungsbedingungen in deutschen Schweineställen demonstrieren. Lidl wurde zur Zielscheibe des Protests weil der Discounter die Initiative Tierwohl unterstützt, die Greenpeace für eine Mogelpackung hält. Die Initiative Tierwohl garantiere „ganz und gar keine wohlige Tierhaltung“, meint die Umweltorganisation. Denn sie erlaube das Kürzen der Schwänze und die Haltung der Schweine ohne Auslauf.

„Lidl soll ehrlich auf den Produkten der Eigenmarke Landjunker seine Kunden über Tierhaltung und Herkunft informieren“, fordert Stephanie Töwe, die bei Greenpeace für die Landwirtschaft zuständig ist. „Anstatt die Zustände in den Ställen zu ändern, ruht sich der Einzelhandel auf der gemeinsamen Initiative Tierwohl aus“, kritisiert Töwe. Das Logo findet sich bei Lidl auf fast allem frischen Schweine- und Geflügelfleisch, obwohl der Großteil nicht aus Betrieben der Initiative stammt, sondern aus einer Produktion, in der die Haltung nach der Meinung von Greenpeace „ungenügend“ ist. Die Initiative Tierwohl grenze an Verbrauchertäuschung, so Töwe.

Zeitgleich würden Discounter wie Lidl durch niedrige Preise die Produktionsstandards drücken, wirft Greenpeace dem Handel vor. Wenn ein Kilogramm Schweinehack für 3,19 € im Angebot sei, bleibe für den Landwirt nicht viel übrig. „Futter aus umweltschonendem Anbau oder Schweine, die Frischluft schnuppern dürfen, sind bei dem Budget nicht drin“, stellt Greenpeace fest. (SB)
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