Protestaktion

Greenpeace warnt vor Pflanzenschutz

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Produktion von Obst und Gemüse ist das Thema einer Greenpeace-Aktion, die für morgen in 38 Städten geplant ist. „Pestizide schaden der Artenvielfalt“ heißt es auf den Plakaten, mit denen Greenpeace vor Filialen von Aldi, Edeka, Lidl, Kaufhof, Real und Rewe gegen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln protestieren will.

Handel trägt Verantwortung für Produktion

Kanister mit Gefahrensymbolen sollen auf die von Spritzmitteln ausgehenden Gefahren für Tiere und Pflanzen hinweisen. 81 Prozent der Verbraucher ist es wichtig, dass die Landwirte den Pestizideinsatz reduzieren, erklärt die Organisation heute. Das zeige eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von Greenpeace. „Der Handel trägt Verantwortung für die saubere Herstellung seiner Waren – nicht nur für die Qualität der Produkte im Supermarkt“, sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace, und fordert: „Die Unternehmen müssten mit ihren Produzenten dafür sorgen, dass weniger „gefährliche Pestizide zum Einsatz kommen.“

Mehrheit fordert Abgabe auf Pflanzenschutzmittel

Forsa befragte im Oktober 2015 bundesweit 1.001 Personen. 81 Prozent gaben an, dass es ihnen „wichtig“ (25 Prozent) oder sogar „sehr wichtig“ (56 Prozent) ist, dass weniger chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft eingesetzt werden - auch wenn in den Äpfeln im Laden kaum noch Rückstände enthalten sind. 55 Prozent der Befragten befürworten die Einführung einer Abgabe auf Pflanzenschutzmittel für Landwirte und Industrie. Die Einnahmen könnten die durch den Einsatz verursachten Kosten für die Reinigung von Trinkwasser oder Lebensmittelkontrollen mitfinanzieren sowie ökologische Alternativen fördern.

Grenzwerte bei Äpfeln werden eingehalten

In seiner Anlässlich der Aktion veröffentlichten Mitteilung räumt die Organisation ein, dass die Belastung von Äpfeln mit Pestiziden in aller Regel unter den gesetzlichen Grenzwerten liege. Aktuelle Greenpeace-Tests von in Deutschland angebauten und in großen Supermärkten gekauften Äpfeln ergaben: In 88 Prozent der konventionellen Ware seien Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden worden – dabei lagen keine Werte über den Höchstmengen. Allerdings enthielten 51 Prozent der konventionellen Äpfel Rückstände von mehreren Wirkstoffen. Die Wirkung solcher Gemische sei weitgehend unbekannt, gibt Greenpeace zu bedenken. Alle getesteten Bio-Äpfel seien frei von Rückständen gewesen. (SB)
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