Der Deutsche Bundestag hat heute Anträge der Opposition zur Einschränkung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat abgelehnt. Vertreter der CDU betonen, dass die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln auf Fakten und der Grundlage wissenschaftsbasierter Verfahren erfolgen müsse. "So gehen wir auch bei Glyphosat vor", erklären der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp, und der zuständige Berichterstatter Hermann Färber. Im Jahr 2014 hätten alle zuständigen deutschen Bewertungsbehörden in einem Fachgespräch des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft die Unbedenklichkeit von Glyphosat bestätigt. "Sollten nun neue Informationen dazu vorliegen, werden wir diese sachgerecht prüfen", so die Abgeordneten.

Anhörung beschlossen

Alles relativ
Die Einstufungen der WHO sollten relativiert werden, hieß es heute im Bundestag. So wird die berufliche Tätigkeit als Friseur ebenso als "vermutlich krebserregend" eingestuft wie heißer Mate-Tee. Alkohol wird sogar als sicher krebserregend eingestuft. In keinem dieser Fälle wird zurzeit aber ein Verbot in Betracht gezogen.
Die Klassifizierung von Glyphosat als "vermutlich krebserregend" durch eine Unterorganisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehe im Widerspruch zu den Ergebnissen zahlreicher nationaler und internationaler Bewertungsbehörden. Deshalb reiche sie alleine als Grund für ein Verbot keinesfalls aus. Der Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft habe diese Woche deshalb einstimmig eine Anhörung zu dem Thema im September beschlossen. Dann werden alle Informationen vorliegen und durch die zuständigen deutschen Bewertungsbehörden geprüft worden sein.

Deutschland habe bereits heute einen im weltweiten Vergleich extrem hohen Standard bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Vor weiteren Einschränkungen müsse deshalb geprüft werden, ob bei den in Deutschland behördlich festgelegten Anwendungsbestimmungen Gefahren überhaupt auftreten können. "Einschränkungen bei der Anwendung von Glyphosat, die ohne wissenschaftliche Bewertung erfolgen, sind deshalb abzulehnen", stellen die Unionspolitiker klar. (az)
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