Trotz höherer Auflagen haben Landwirte in Niedersachsen mehr Anträge für Agrarumweltmaßnahmen (AUM) gestellt. „Wir haben vor Beginn der Antragstellung im vergangenen Jahr die Maßnahmen des Landwirtschafts- und Umweltministeriums eng miteinander verzahnt", so die grünen Minister Christian Meyer (Landwirtschaft) und Stefan Wenzel (Umwelt). Die geplanten Programme seien inhaltlich überarbeitet und verbessert worden. „Sie verlangen mehr von den Landwirten, bringen im Ergebnis aber auch einen größeren Erfolg für die Umwelt", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Minister.

Bonus für Kooperationen mit Imkern

Besonders deutlich sei dieser Trend bei den Blühstreifen: Trotz zusätzlicher Auflagen wie einer Winterruhe auf den Flächen, höherer Anforderungen an das Saatgut und eines frühen Aussaattermins gingen mehr als 4.000 Anträge ein. Bislang bewilligt wurden Blühstreifen-Maßnahmen auf fast 20.000 ha. Damit wurden bereits im ersten Jahr fast doppelt so viel Flächen als Blühstreifen genehmigt, als bisher jährlich angelegt worden sind. Erstmals werde dabei auch die Kooperation mit einem Imker mit 100 €/ha zusätzlich honoriert. Besonders stark gestiegen gegenüber der vorigen Förderperiode ist auch die Zahl der Anträge bei mehrjährigen Blühstreifen - von 58 auf 477.

Vom Umweltministerium wird insbesondere die Bereitschaft zur Schaffung von Äsungsflächen für Nordische Gastvögel hervorgehoben. Hier wurde mit über 25.000 ha Acker- und Dauergrünland etwa ein Viertel mehr Fläche bewilligt, als in der vorangegangenen Förderperiode. Daneben ist die Zusatzförderung Wasserschutz zum Ökolandbau stark nachgefragt worden. Hier konnten auf etwa 26.000ha Fläche Anträge bewilligt werden. Für 99 Betriebe wurde eine Förderung zum Umstieg vom konventionellen auf den ökologischen Landbau auf mehr als 3.000 ha bewilligt. Meyer sieht diese Entwicklung auch als Erfolg der deutlich angehobenen Fördersätze für den Ökologischen Landbau.

Mehr Geld für Grünlandprogramme

Mehr Geld als bisher werde auch in die Honorierung besonderer Leistungen zur Bewirtschaftung des Grünlandes fließen. „Durch attraktive Prämien und neue Angebote, wie beispielsweise eine Beweidung von Hanglagen, werden wertvolle Grünlandflächen erhalten", so die Minister. Für alle umweltbezogenen Maßnahmen sollen 376 Mio. € im neuen ELER-Programm bereit stehen. Das seien fast 40 Prozent mehr als bislang, die AUM sind neben der Regionalentwicklung damit der größte Schwerpunkt.

Neue Anträge ab 15. April stellen

Aufgrund des außerordentlichen Erfolgs der Antragstellung im vergangenen Jahr wurde jedoch bereits der überwiegende Teil der bereitgestellten Mittel gebunden. Um die Kontinuität in der Förderung zu wahren, werden daher in 2015 neben den ein- und mehrjährigen Blühstreifen die Grasstreifen zum Gewässer- und Erosionsschutz, die Grünlandmaßnahmen, der Ökologische Landbau, die Wasserschutzmaßnahme BV12 (Öko-Plus) sowie die Neuanlage von Hecken zur Antragstellung angeboten. Neue Anträge sind - parallel zum Antrag auf Direktzahlungen - im Zeitraum zwischen dem 15. April und dem 15. Mai zu stellen. Für Umsteller auf den Ökologischen Landbau ist ein längerer Zeitraum vorgesehen. Details zu den angebotenen Maßnahmen sowie die Antragsunterlagen sind im Internet oder bei der Landwirtschaftskammer verfügbar. (az)
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