Zur Internationalen Grünen Woche (IGW) geben sich Agrar- und Umweltminister sowie Staatsmänner aus aller ein Stelldichein. Für einen Besuch hat sich am kommenden Freitag der russische Agrarminister Nikolai Fjodorow angekündigt.

Bundesagrarminister Schmidt will die Gelegenheit zu einem Treffen nutzen. Vorrangig dürfte es dabei um das russische Embargo für westliche Agrarprodukte gehen. Auch die Liste von Erzeugnissen aus Milch und Fleisch ist lang, die Russland auf Grund von phytosanitären Beanstandungen zurückweist. Schmidt versucht im bilateralen Dialog mit seinem russischen Amtskollegen die Zusammenarbeit wieder zu verbessern. Möglich wäre eine Lockerung bei der Einfuhr von Milch- und Milcherzeugnissen aus Deutschland, wonach es in Russland bis zum Embargo im August 2014 eine große Nachfrage gab.

Ein weiterer wichtiger Gast zur IGW ist EU-Agrarkommissar Phil Hogan. Schmidt begleitet Hogan zur Eröffnungsveranstaltung am Donnerstagabend im City Cube, dem neuen Messezentrum Berlins sowie beim Rundgang über die IGW am Freitag. Beiden Politikern ist die Entschlackung der an Bürokratie überbordenden Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ein großes Anliegen. Schon vor dem Greening-Start in diesem Jahr drängen Schmidt und Hogan die EU-Mitgliedstaaten dazu, das Regelwerk zu vereinfachen.

Minister aus 70 Ländern

Im Auswärtigen Amt empfängt Schmidt am Samstagnachmittag mehr als 70 Agrarminister aus aller Welt. Sie beraten darüber, wie sich die Grundsätze der Bioökonomie mit dem knappen Gut Boden vereinbaren lassen. Dabei spielen die Faktoren zur indirekten Landnutzung (iluc) bei der Bewertung von Biokraftstoffen eine wichtige Rolle. (da)
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