Reduzierungsprogramm

Großes Interesse in Deutschland

Das Bundesagrarministerium (BMEL) hat die Zahlen zur 1. Runde des Milchreduktionsprogramms vorgelegt. Die Ergebnisse liegen agrarzeitung.de vor. Insgesamt haben sich bis zum vergangenen Mittwoch fast 10.000 Teilnehmer angemeldet. Sie haben alle zulässige Anträge gestellt, ihre Milchmenge von Oktober bis Dezember gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum 2015 zu reduzieren. Nach Auszählung wollen die Erzeuger von Oktober bis Dezember 2016 rund 286.000 t weniger Milch produzieren. Zum Vergleich: in Österreich sind es 26.500 t. 

Die deutsche Menge entspricht einer Entschädigung von rund 40 Mio. €. Für jedes nicht produzierte Kilogramm Milch erstattet die EU-Kommission rund 0,14 Cent/kg. Das wären 26 Prozent von der EU gestellten finanziellen Unterstützung in Höhe von 150 Mio. €. Der genaue Kürzungs- oder Zuteilungskoeffizient wird im Laufe der Woche bekannt gegeben.

Die meisten Teilnehmer des Milchreduzierungsprogramms im Rahmen des Hilfspakts II der EU verzeichnete in Deutschland das Bundesland Niedersachsen mit 67.000 t, gefolgt von rund 37.000 t in Bayern. Schlusslichter sind Hessen mit 10.500 t und das Saarland mit 11.000 t. Am Mittwoch wird die EU-Kommission die Zahlen von allen 28 Ländern mitteilen. Es scheint möglich, dass noch ein kleiner Restbetrag der 150 Mio. € für die 2. Runde von Januar bis März 2017 vorhanden ist. Allerdings dürfen sich Erzeuger der 1. Runde erst wieder in der 4. Runde von Juli bis Oktober 2017 beteiligen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass alle vier Phasen eintreten. Bis dahin sind die zur Verfügung gestellten 150 Mio. € verbraucht. In Deutschland gibt es im Anschluss das zweite Reduktionsprogramm. Hierfür stehen 116 Mio. € aus. Das BMEL zahlt für jeden nicht im Referenzzeitraum produzierten Liter Milch einen Zuschuss von 0,36 Cent. (da)
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