Tierhaltung

Grüne erhöhen Druck auf Schmidt

Die Grünen machen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) für die im Fernsehen und Internet veröffentlichten Bilder aus Schweineställen mitverantwortlich. „Dass jetzt Funktionsträger der deutschen Fleischindustrie mit Bildern dahinsiechender Tiere aus eigenen Ställen konfrontiert werden, fällt auch auf ihn zurück“, erklären die grünen Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff und Nicole Maisch. Das „offensichtliche Leid in der hochrationierten und auf Effizienz getrimmten Tierhaltung ist erschütternd“, so die Grünen. Daran komme der Landwirtschaftsminister nicht vorbei. Weitere „substanzlose Schachzüge zum Leidwesen der Tiere“ könne sich der Minister nicht erlauben. Die Bundestagsfraktion der Grünen hat eine aktuelle Stunde im Bundestag zum Thema „Konsequenzen aus Berichten über katastrophale Zustände in Tierställen“ für diese Woche beantragt.

Die beiden Angeordneten fordern statt eines „Wohlfühl-Labels“ eine klare Herkunftskennzeichnung. Sie erinnern daran, dass der wissenschaftliche Beirat des Landwirtschaftsministeriums der aktuellen Tierhaltung keine Zukunftsfähigkeit bescheinigt habe. Schmidt werfen sie vor, wertvolle Zeit vergeudet zu haben. Die gerne verwendete Ausrede, schwarze Schafe des Berufsstandes seien für tierquälerische Haltungsbedingungen verantwortlich, funktioniere nicht mehr, stellen Ostendorff und Maisch fest. Aus ihrer Sicht zeigen die Bilder aus den Ställen eines Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, dem Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes und dem Vorstand der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands „grausame Tierqual“. Schmidt müsse begreifen, dass die Tiere nicht trotz sondern wegen der „modernen industriellen Tierhaltung“ leiden. Notwendig sei eine klare Strategie für den Umbau der „industriellen Tierhaltung“ und den Neustart einer „artgerechten Tierhaltung“. (SB)
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