In Europa steht wieder die Zulassung von gentechnisch verändertem Saatgut zur Debatte. Erstmals seit 2010. Über die Zulassung dreier Maissorten, die nach Eingriffen ins Erbgut widerstandsfähig gegen bestimmte Schädlinge sind, wird auf EU-Ebene beraten.

Zur Debatte steht die erneute Zulassung für den Anbau der gentechnisch veränderten Maislinie MON810 und die erstmalige Zulassung der Linien 1507 und Bt11. Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Anbau der drei Maissorten sicher ist. Die Bundesregierung hat sich bislang nicht eindeutig positioniert.

Große Skepsis der Verbraucher gegen Gentechnik

Allerdings hat Deutschland von der Zulassung der drei Maissorten auf EU-Ebene eine Ausnahme beantragt. Das bedeutet, dass Landwirte das Saatgut nicht ausbringen dürften. Die Regierung hat diesen Ausnahmeantrag mit der vorherrschenden Skepsis der deutschen Verbraucher gegenüber Gentechnik begründet.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat die Bundesregierung aufgefordert, die Vorschläge der Europäischen Kommission im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel abzulehnen (Antrag 18/10976). Darüber hinaus soll sich die Regierung nach Willen der Fraktion auf EU-Ebene dafür einsetzen, die Zulassung der Maislinien auch im Berufungsausschuss abzulehnen, wenn sie dort zur Abstimmung gestellt werden. (got)
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