Milchmarkt

Grüne schlagen Prämienmodell vor


In einem offenen Brief an Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) fordern die grünen Agrarminister aus sieben Bundesländern, schnelle Hilfe für die existenzbedrohten Milchbetriebe.  „Unser Vorschlag ist, dass der Bund mit einem Sofortprogramm Milch auf jede zwei Cent, die eine Molkerei ihren Erzeugern freiwillig zahlt, nochmals zwei Cent drauflegt. Landwirte, die ihre frühere Milchmenge nicht überschreiten, könnten damit pro Liter Milch vier Cent zusätzlich bekommen. Dadurch hätten viele Milchviehbetriebe wieder eine Perspektive. Und die Branche stünde mit in der Verantwortung, die Milchmengen nicht auszuweiten“, sagte stellvertretend die rheinland-pfälzische Agrarministerin Ulrike Höfken. Wie agrarzeitung.de bereits am vergangenen Donnerstag exklusiv berichtete, wollen die grünen Agrarminister auf der Agrarministerkonferenz im April in Mecklenburg-Vorpommern eine Zustimmung für ihren Vorschlag einholen. Sie fordern auch die Genossenschaften auf, die Lieferverträge zu überarbeiten. Es könne nicht im Sinne der Mitglieder sein, dass sie von den Vorständen im Stich gelassen werden.

Auch der Bund Deutscher Milcherzeuger, BDM, stehe nach eigenen Angaben jedem Bestreben, in der aktuellen Notsituation zusätzliche Gelder auf die Betriebe zu bekommen, positiv gegenüber. "Es ist höchste Zeit, dass sich Bundesminister Schmidt besinnt und endlich Bewegung in die festgefahrene Diskussion um wirkungsvolle Maßnahmen zur Krisenbewältigung kommt“, erklärt BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. Es sei unabdingbar, die finanziellen Hilfen mit der Eindämmung der Milchanlieferung zu verbinden, so Schaber weiter. Eine entscheidende Bedeutung hätte dabei die zeitlich befristete Deckelung der EU-Milchanlieferung.  (da)
stats