Artenvielfalt

Grüne warnen vor Massensterben

In den europäischen Agrarlandschaften fällt es Pflanzen und Tieren immer schwerer, sich zu behaupten. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag vorgestellte Studie, die vom Grünen Europaabgeordneten Martin Häusling in Auftrag gegeben wurde. „Der Zustand der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft ist alarmierend“, kommentiert Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), die Ergebnisse.

Deutlich verringert hätten sich beispielsweise die Bestände vieler Vogelarten, heißt es in der Studie. So sei in Europa von 1980 bis 2010 die Zahl der Stare um 52 Prozent, der Feldsperlinge um 57 Prozent, der Grauammern um 63 Prozent und der Rebhühner um 94 Prozent zurückgegangen. Die Studie verweist drauf, dass es dafür auch andere Ursachen gebe, wie etwa Windkraftanlagen, Hauskatzen, Fensterscheiben und Glasfronten. Die Landwirtschaft sei aber „unzweifelhaft Artenkiller Nummer eins“.

Um den Artenschwund aufzuhalten, müsse der Ökologische Landbau zum Leitbild der europäischen Agrarpolitik und zum Prämiumstandard für öffentliche Gelder werden, fordert Häusling. Dies allein reiche aber nicht aus. Zudem müssten Natura 2000, FFH- und Vogelschutzrichtlinien beibehalten und Naturschutzberatungsprogramme ausgebaut werden. Notwendig sei zudem ein sofortiges Verbot von Glyphosat, aller Neonikotinoide und die Einführung einer „Pestizidabgabe“. (SB)
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