7-Punkte-Programm

Grüne wollen Direktzahlungen deckeln

Unzufrieden mit der aktuellen Art und Weise, wie in Deutschland Lebensmittel produziert und konsumiert werden, äußern sich die Grünen. Bei ihrer Fraktionsklausur am Freitag in Weimar beklagten sie „Antibiotikamissbrauch und Tierquälerei in der Massentierhaltung, Monokulturen und rapides Artensterben, Landraub, verseuchtes Grundwasser und überdüngte Böden“.

Die sieben Forderungen von Bündnis 90/Die Grünen zur sofortigen Agrarwende: 
  • Öffentliches Geld nur für öffentliche Leistung
  • Massentierhaltung stoppen
  • Antibiotikamissbrauch stoppen
  • Gentechnikfreiheit schaffen
  • Gute Ernährung von Anfang an
  • Transparenz schaffen
  • Entwicklungspolitik neu ausrichten


Quelle: Bundestagsfraktion

Dagegen setzen will die Partei sieben Maßnahmen für eine „grüne Landwirtschaft und gutes Essen“ (siehe Kasten). Als erstes nehmen sich die Grünen die Förderung vor. Die Bundesregierung müsse Subventionen „von oben nach unten umverteilen“ und damit bäuerliche Betriebe unterstützen, die umwelt- und tierverträglich wirtschaften. Konkret fordert die Partei eine Obergrenze für EU-Direktzahlungen von 150.000 € pro Betrieb.

Weiterhin fordert die Partei sowohl absolute Obergrenzen für Stallbauten sowie eine Flächenbindung, um die Nitratbelastung des Grundwassers zu senken. Gemeinden sollten den Bau weiterer Anlagen stoppen dürfen, wenn die Zahl der Tiere zwei Großvieheinheiten pro Hektar überschreitet. Außerdem fordert die Partei ein strengeres Düngerecht.

Weitere Forderungen umfassen das Verbot von Gentechnik und des Klonens sowie eine umfassende Kennzeichnungen von Lebensmitteln. Schließlich soll in der Entwicklungshilfe die Zusammenarbeit mit der Agrarindustrie auf den Prüfstand kommen. (db)
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