Kommunikation

Güllealarm per Whats-App


Michael Bittner aus Waltrop am Rande des Ruhrgebiets informiert seine Nachbarn per Whats-App, bevor er Gülle ausbringt. Sie können dann rechtzeitig die Wäsche von der Leine holen oder die Fenster schließen, bevor sie zur Arbeit fahren. Das Forum Moderne Landwirtschaft stellt diese "Erfolgsgeschichte zum Nachmachen" vor. 

Bittner hat sich die Telefonnummern von rund 25 Nachbarn besorgt, meistens bei einem Gespräch am Feldrand, erklärt er in dem Forum-Interview. Mittlerweile gebe es drei Gruppen, je nach Lage der Flächen. Zwar rieche es nach dem Gülle-Alarm nach wie vor mehrmals im Jahr. Aber in den Köpfen habe sich ganz viel getan, stellt Bittner fest. Die Leute fühlten sich ernst- und mitgenommen. Aus dem anonymen Nebeneinander sei ein respektvolles Miteinander geworden. 

Mittlerweile kämen auch Fragen auf wie: "Ich habe Moos im Rasen. Haben Sie einen Tipp für mich?" oder "Kann mein Sohn einmal eine Runde auf dem Traktor mitfahren?" Auch würden Jugendliche in ihrer Freizeit auf dem Hof mithelfen.

Bittners Fazit lautet: Auch mit einfachen Mitteln könne Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden. "Ich habe jedenfalls bei der Feldarbeit von meinen Nachbarn noch keine erhobene Faust gesehen. Stattdessen aber schon den nach oben zeigenden Daumen." (kbo)


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