Nutztierhaltung

Gutachten fordert Neuausrichtung


Ob die Schwänze von Ferkeln gekürzt werden dürfen, ist ein kontrovers diskutiertes Tierschutzthema.
-- , Foto: SB
Ob die Schwänze von Ferkeln gekürzt werden dürfen, ist ein kontrovers diskutiertes Tierschutzthema.

„Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung" lautet der Titel des mehr als 400 Seiten umfassenden Berichts. Darin plädieren die Gutachter aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen für ein Umsteuern in der Nutztierhaltung. Zwar habe sich der Sektor in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Sektor entwickelt, bemerken sie in dem Dokument. Jedoch seien erhebliche Defizite vor allem im Bereich Tierschutz aber auch Umweltschutz aufgetreten. Vor diesem Hintergrund halte der WBA die derzeitigen Produktionsweisen in wesentlichen Teilen für nicht zukunftsfähig. Daher entwickele er Leitlinien und Empfehlungen für eine gesellschaftlich akzeptierte Nutztierhaltung.

Der WBA verweist auf den globalen ökologischen Fußabdruck sowie negative gesundheitliche Effekte eines hohen Fleischkonsums. In der Strategie einer umwelt- und tierfeundlichen Produktion bei gleichzeitiger Reduktion der Konsummenge sieht er ein wichtiges Element, um ökonomische Chancen für Veränderungen in der Tierhaltung zu erschließen. Eine neue Kultur des Konsums und der Erzeugung tierischer Produkte müsse eingeleitet werden, empfiehlt das Gremium.

Für einen Großteil der Tierhaltung führe die in dem Gutachten konkretisierte Umsetzung der Leitlinien in einer überschlägig ermittelten Größenordnung von 13 bis 23 Prozent zu Mehrkosten von etwa 3 bis 5 Mrd. € jährlich. Bezogen auf die Wertschöpfung der Landwirtschaft von rund 25 Prozent am Endpreis des Verbrauchers ließe sich hieraus eine Erhöhung der Verbraucherpreise von 3 bis 6 Prozent errechnen. (jst)
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