Vogelgrippe

H5N8 in 11 Ländern nachgewiesen

Am Freitag meldeten die französischen Behörden den ersten H5N8-Fall in einem kommerziellen Geflügelbestand. Betroffen ist ein Entenzuchtbetrieb im Südwesten des Landes. Das hochansteckende Virus sei auf einem Hof in Tarn nachgewiesen worden, teilte das Landwirtschaftsministerium in Paris mit. Rund um den Betrieb seien im Umkreis mehrerer Kilometer eine Schutz- und eine Beobachtungszone eingerichtet worden.

Für die französische Geflügelwirtschaft kommt der neue Fall zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Die Branche leidet noch immer unter einem Exportverbot für Stopfleber in viele Drittländer, das nach Vogelgrippefällen im Jahr 2015 verhängt worden war. Am Samstag sollten die Beschränkungen aufgehoben werden. Der neue Ausbruch wird dies nun verhindern.

Europaweit ist die Vogelgrippe bisher in 11 Ländern aufgetreten. Betroffen sind Geflügelbetriebe und Wildvögel in Ungarn, Polen, Deutschland, Österreich, Kroatien, Dänemark, Schweden, den Niederlanden, Finnland, Rumänien und der Schweiz.

Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, betonte, dass die Kommission schnell reagiert habe. „Obwohl der Virus noch immer hauptsächlich Vögel angreift ohne eine gesteigerte Affinität für Menschen zu zeigen, rufe ich die Behörden aller EU-Staaten und den Geflügelsektor zu besonderer Vorsicht auf. Insbesondere geht es dabei auch um eine höhere Biosicherheit auf Geflügelfarmen“, erklärte der Kommissar aus Litauen. (SB)
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