DLG Wintertagung

Handel hat den Schwarzen Peter

Zu Beginn der Diskussionen der DLG Wintertagung in Hannover gibt es bereits klare Statements. „Tierwohl ist nur gemeinsam mit dem Handel machbar“, erklärt Dr. Heinz Schweer, Direktor Landwirtschaft der Vion Food Group heute Morgen auf dem Impulsforum „Tierwohl als Wettbewerbsfaktor“. Es gehe darum, Marktlösungen zu finden.

Ordnungspolitisch könne das nicht vorgegeben werden, betont Schweer auf dem Messegelände in Hannover. „Es geht wenn der Handel das will“, sagt er und nennt die Niederlande als Vorbild. Dort ist der Motor für ein neues Geschäftsmodell die dortige dominierende Lebensmittelkette Albert Hejn. Das dortige Label „Better Leven“ schaffe es, das gesamte Schwein zu vermarkten und nicht nur die hochpreisigen Produkte, so Schweer.

Die Landwirte aus dem Publikum konnten dem zustimmen. Allerdings fordern sie einhellig mehr Verlässlichkeit. Das sei zum Beispiel erfüllt, wenn langfristige Handelsverträge geschlossen werden könnten, beispielsweise über zehn Jahre oder länger, so eine Anmerkung aus dem Publikum. Auch müsse die Frage beantwortet werden, wer im Namen von mehr Tierwohl eigentlich der Vertragspartner sein soll: Handel, Schlachthof, der Staat, lautet eine weitere Kritik an den derzeitigen Zuständen in Deutschland. Man könne nicht permanent die Produktionsbedingungen neu erfinden. Wenn der Beton im Stall einmal hart geworden ist, muss er zehn Jahre halten, bringt es ein Schweinehalter auf den Punkt. (kbo)
stats