Milchmarkt-Krise

Handel weist Schuld von sich


Die Preiskrise an den Erzeugermärkten kann nur durch Lösung der wahren Probleme bewältigt werden, so der BVLH. Der Deutsche Bauernverband (DBV) lenke mit seiner Kritik am Handel von den "wahren Herausforderungen" ab, nimmt der Verband unmittelbar vor dem für Mittwoch geplanten DBV-Aktionstag Stellung.

"Die Ursachen für die niedrigen Milchpreise liegen doch nicht an den Margen des Handels", so der BVLH. Derzeit sei einfach zu viel Milch am Markt. Die deutsche Milchwirtschaft sei heute viel stärker vom Weltmarkt abhängig als vor zehn Jahren. Gehe dort die Nachfrage zurück, könne dies der Inlandsmarkt nicht auffangen. Der Vorwurf, der Lebensmittehandel fülle "sich die Taschen", laufe ins Leere, konstatiert der Verband.

Eine Schlüsselrolle für die Wertschöpfung spielt nach Aussage des Verbandes die Qualität der Lieferbeziehungen zwischen  Landwirt und Molkerei. Die Molkereien seien unterschiedlich erfolgreich am Markt. Diejenigen, die gute Gewinne erzielen, könnten diese in Form von Leistungszuschlägen an die Milcherzeuger weiterreichen. Zur Verbesserung der Einkommens- und Wettbewerbssituation sollten Milchlandwirte und Molkereien daher an den eigenen Lieferbeziehungen ansetzen.

Auch Bundesagrarminister Schmidt hat sich am Dienstag zur Milchmarktkrise geäußert. Der CSU-Politiker bekräftigte seine Forderungen in Richtung Brüssel, Mittel für weitere Liquiditätshilfen für die Erzeuger bereitzustellen. Schmidt zufolge ist die gesamte Wertschöfpungskette Milch gefragt, Wege aus der gegenwärtigen Marktkrise zu finden. (jst)    
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