Düngeverordnung

Harsche Kritik von den Verbänden


Im Bundesagrarministerium (BMEL) in Berlin finden heute die ersten Anhörungen zum Entwurf der Düngeverordnung statt. Dazu hat der Deutsche Bauernverbandes (DBV) eine Erklärung mit dem Titel „Sach- und fachgerechtes sowie praxistaugliches Düngerecht sicherstellen“, verabschiedet. Eine bedarfs- und standortgerechte Nährstoffversorgung der Kulturen müsse auch zukünftig Maßstab der Düngung sein. Ebenso müsse die Schließung von Nährstoffkreisläufen mit Wirtschaftsdüngern in den Betrieben und zwischen Regionen weiter möglich bleiben.

Einwände haben Vertretern der Düngemittelindustrie zu bestimmten Passagen im Entwurf. Auf Unverständnis stößt die Vorgabe in § 6 (1), wonach organische und organisch-mineralische Düngemittel, einschließlich Wirtschaftsdünger und Düngemittel, bei denen es sich um Harnstoff handelt, nach dem Aufbringen auf unbestelltes Ackerland unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb von vier Stunden nach Beginn des Aufbringens einzuarbeiten sind.

Insbesondere Tierhalter kommen durch die geplanten Auflagen der Düngeverordnung in Schwierigkeiten.  So soll für Stickstoff aus Wirtschaftsdüngern eine Höchstgrenze von  rund 170 kgN/ha eingeführt werden, die bisher geltenden Ausnahmen für intensive Grünlandbetriebe entfallen.

Neu hinzu kommt eine Begrenzung der Phosphatdüngung auf voll versorgten Böden. Bundesagrarminister Schmidt plädiert dafür, dass künftig Nährstoffe dort ausgebracht werden, wo sie benötigt werden und nicht nur dort, wo sie anfallen. (da)
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