Hunger-Konferenz

Harsche Töne von den Grünen


Beim Kampf gegen weltweiten Hunger und Mangelernährung klaffe bei der Bundesregierung eine „große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit“, stellen die Grünen-Bundespolitiker Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik, und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik, fest. Zwar sei es begrüßenswert, dass die Konferenz das Menschenrecht auf Nahrung, die Diversifizierung der Produktion, Verlust von Nahrungsmitteln und die Bedeutung von Frauen und der Bildung beim Kampf gegen Hunger und Mangelernährung in den Fokus rückten. Doch das sei auch von der Bundesregierung zu erwarten.

Abhängigkeit statt Diversifizierung der Produktion

Nach Auffassung der Opposition steht das Handeln des Bundesentwicklungsministers Gerd Müller (CSU) und Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) im Widerspruch zu den postulierten Zielen. So lade Müller „Bayer, BASF & Co dazu ein, sich bei öffentlichen Entwicklungsgeldern zu bedienen“, heißt es von den Grünen-Politikern. Das „Hofieren der Agrar- und Chemiekonzerne macht deutlich: Zu oft stehen Profitinteressen über dem entwicklungspolitischen Nutzen von Projekten“, kritisieren sie. Teures, patentiertes Saatgut und „pestizidintensive“ Landwirtschaft führten vor allem zu Abhängigkeiten der Bauern und nicht zu Diversifizierung der Produktion.

Landwirtschaftsminister Schmidt setze indes weiter auf Expansion und Export für hiesige Erzeuger. Diese Strategie bringe nicht nur heimische bäuerliche Betriebe in Bedrängnis - die europäischen Exporte zu „Dumpingpreisen“ gefährdeten das Menschenrecht auf Nahrung in Entwicklungsländern. „Wenn EU-Milchpulver in Burkina Faso nur ein Drittel der lokal produzierten Frischmilch kostet, kommen lokale Produzenten unter die Räder“, stellen die Oppositionspolitiker dazu fest.

Beide Minister sollten handelspolitischen Fehlentscheidungen entgegentreten, die den Aufbau lokaler Wertschöpfungsketten untergraben, fordern Ostendorff und Kekeritz. (pio)
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