Greenpeace-Studie

Harte Kritik an Pflanzenschutz


Die Umweltschutzorganisation kritisiert in dem neuen Bericht „Europas Abhängigkeit von Pestiziden - So schädigt die industrielle Landwirtschaft unsere Umwelt“ die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in Europa und fordert Änderungen in der Zulassungspraxis. Unter dem Strich kommt Greenpeace zu dem Ergebnis, dass nur eine Umstellung auf die ökologische Landwirtschaft die Probleme lösen kann.

Die Nicht-Regierungsorganisation (NGO) geizt in dem Bericht, der unter anderem von dem For Care Fachbüro für Toxikologie und nachhaltigen Stoffeinsatz verfasst wurde, nicht mit reißerischen Formulierungen. Von „Kollateralschäden“ für das Ökosystem ist die Rede, ebenso vom „Teufelskreis des Pestizideinsatzes“. Die NGO macht den Einsatz von Herbiziden und Insektiziden für Rückgänge in der Biodiversität verantwortlich. Sie kritisiert, dass der Behandlungsindex, die Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln pro Kultur in einer Anbauperiode, in Europa zunimmt. In Deutschland sei der Index für Raps, Getreide, Zuckerrüben und Obst seit 2001 gestiegen, beklagt Greenpeace.

Die Zulassungspraxis in Europa und auch die risikoorientierte Bewertung von Pflanzenschutzmitteln hält Greenpeace für unzureichend. Ein zentraler Kritikpunkt ist die Bewertung von Einzelwirkstoffen, die nach Dafürhalten der Umweltschützer an der Realität vorbeigeht. Stattdessen fordert Greenpeace eine Risiko- und Gefahrenbewertung für Wirkstoffe in Formulierungen, wie sie de facto auf dem Markt zum Einsatz kommen.

Unter dem Strich verknüpft Greenpeace seine Kritik am Herbizid- und Insektizideinsatz mit der Forderung nach einem Systemwechsel. Statt der „industriellen Landwirtschaft“ sollte ökologische Landwirtschaft praktiziert werden; der Umstieg auf diese Bewirtschaftungsform solle politisch gefördert werden. (pio)
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