Stoffstrombilanz

Harter Brocken für Tierhalter

Auf einen großen Teil der viehhaltenden Betriebe in Deutschland kommt ab dem nächsten Jahr ein erheblicher zusätzlicher bürokratischer Aufwand zu. Das lässt der Entwurf zur neuen Stoffstrombilanzverordnung erwarten, den das Landwirtschaftsministerium in dieser Woche vorgelegt hat. Die Vorlage, enthält detaillierte Vorgaben für die Ausgestaltung der Nährstoffsaldierung auf betrieblicher Basis, wie er mit der Stoffstrombilanz angestrebt wird. Auch die Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Deutschland (ISN) prüft nach eigenen Angaben den Entwurf und kündigt eine Stellungnahme dazu an.

Nach den Plänen des BMEL, müssen ab 2018 Betriebe mit mehr als 50 Großvieheinheiten (GVE) oder über 30 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche bei einer Tierbesatzdichte von jeweils mehr als 2,5 GVE/ha eine Stoffstrombilanz anfertigen. Betroffen sind zudem alle Tierhaltungsbetriebe, die Wirtschaftsdünger aus anderen Betrieben aufnehmen. Ab dem Jahr 2023 sollen dann alle Betriebe über 20 ha oder mit mehr als 50 GVE einbezogen werden.

Jährliche Bilanzierung

Die Ermittlung von Zu- und Abfuhr der Nährstoffmengen an Stickstoff und Phosphor sowie deren Bilanzierung soll jährlich erfolgen müssen. Laut Verordnungsentwurf haben die Betriebsinhaber sicherzustellen, dass die jeweilige Differenz zwischen Nährstoffzufuhr und Nährstoffabgabe im Dreijahresschnitt den für ihren Betrieb nach bestimmten Kriterien zu ermittelnden Bilanzwert für Stickstoff und Phosphor nicht überschreitet. Ist dies doch der Fall, müssen sie an einer Beratung teilnehmen. (da)
stats