Geflügelpest

Hauk lockert Aufstallung

„Im Gegensatz zu anderen Regionen in Deutschland können wir in Baden-Württemberg derzeit eine vorsichtige Entwarnung bei der Geflügelpest in der Wildvogelpopulation geben", sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am Dienstag in Stuttgart. Im vergangenen Monat habe es insgesamt noch zehn Ausbrüche bei Wildvögeln am Bodensee, am Rhein und an der Donau gegeben. Der letzte Nachweis bei einem Wildvogel war am 22. Februar 2017 bei einer verendeten Wildente in der Stadt Ulm.

Das Geschehen in Baden-Württemberg beschränke sich ausschließlich auf die Nähe zu großen Gewässern, so Hauk weiter. Nachuntersuchungen im Zusammenhang mit den Geflügelpestausbrüchen seien bisher negativ verlaufen. Vor diesem Hintergrund werden die Aufstallungsgebiete im Land weiter verkleinert.

Noch keine vollständige Aufhebung der Stallpflicht möglich

Grund für die Entspannung ist auch, dass der Vogelzug im Süden weitgehend vorüber ist. Der Rückflug der Zugvögel in deren Brutgebiete erfolge nach Mitteilung der Ornithologen bis Mitte April, so Hauk. Der größte Teil der Zugvögel habe den Bodensee bereits verlassen, so dass die Anzahl der Wasservögel am See schon wieder deutlich gegenüber den vergangenen Monaten zurückgegangen sei. „Auch wenn sich die Vogelgrippe-Situation in Baden-Württemberg im Vergleich zu den nördlichen Ländern deutlich entspannt hat, können wir, solange der Vogelzug noch anhält, keine vollständige Aufhebung der Stallpflicht ermöglichen", so Hauk. Die Aufstallung werde deshalb in Baden-Württemberg in den Uferbereichen des Bodensees, des Rheins, des Mains, der Donau im Stadtgebiet Ulm sowie im Alb-Donau-Kreis und im Landkreis Sigmaringen, am Federsee sowie an den Ablacher und Sauldorfer Seen mit einer Breite von 500 Metern vom 16. März 2017 bis einschließlich 20. April 2017 verlängert. Zusätzlich wird die Aufstallung im gesamten Gebiet der Stadt Ulm sowie in den an die Stadt Ulm unmittelbar angrenzenden Gemeinden bis einschließlich 24. März 2017 verlängert.

Bundes- und europaweit werden nach wie vor Geflügelpestausbrüche bei Wildvögeln sowie gehaltenen Vögeln und Nutzgeflügel festgestellt. Die Tiergesundheitsexperten empfehlen daher weiterhin die risikoorientierte Aufstallung von gehaltenen Vögeln und Nutzgeflügel in Deutschland. (mrs)
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