Extremwetter

Hendricks bekräftigt Kritik an Maisanbau


Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat bei einer Aktuellen Stunde im Bundestag zu den jüngsten Extremwetterereignissen ihre Kritik an der intensiven Landwirtschaft wiederholt. Mit ähnlichen Äußerungen kürzlich im ZDF-Morgenmagazin hatte die Ministerin bereits Unmut aus der Landwirtschaft provoziert.

„Die intensive Landwirtschaft, insbesondere der Maisanbau, ist ein zusätzlicher Risikofaktor für Überflutungen“, sagte Hendricks am Mittwoch im Parlament. Gerade im Frühsommer und Frühjahr sei das der Fall, wenn die Maisfelder noch viel unbedeckte Fläche zeigten. „Die jungen Pflanzen nehmen das Wasser kaum auf, das fördert die Erosion“, so Hendricks weiter. Das weggeschwemmte Erdreich würde Bäche verstopfen und den Abfluss der Wassermassen behindern.

In der Konsequenz forderte die Sozialdemokratin, zur guten fachlichen Praxis zurückzukehren: „Wiesen, da, wo sie hingehören, und Äcker da, wo sie hingehören: Das ist eigentlich ganz einfach“, bekräftigte Hendricks. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, den sie „persönlich sehr schätzt“, müsse Bevölkerung und Bauern auch auf diese Risiken hinweisen, wenn er einen weiteren Ausbau der Bioenergie fordere.

Aktives Starkregenmanagement erforderlich

Hendricks machte darüber hinaus deutlich, dass diese Starkregenereignisse, die lokal zu massiven Zerstörungen führten, schon lange keine Einzelfälle mehr seien. Die Umweltministerin sah in den Unwetterereignissen Auswirkungen des Klimawandels. Es sei daher nötig, dass die Anpassung an den Klimawandel einen höheren Stellenwert bekommt. Hendricks schlug etwa ein aktives Starkregenmanagement vor, um Orte von besonderer Gefährdung zu identifizieren.

Max Straubinger (CDU/CSU), Abgeordneter aus dem besonders betroffenen Landkreis Rottal-Inn in Bayern, verwahrte sich indes, wie auch andere Abgeordnete der Unionsfraktion, gegen Schuldzuweisungen an die Landwirtschaft. Es sei bedauerlich, wenn sofort wieder über die Landwirtschaft hergezogen werde. Wichtig sei es vielmehr, schnell Hilfe zu leisten. Auch der Bund sei in der Pflicht. (pio)
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