Artenschutz

Hendricks besucht Ackerbaubetrieb

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks besuchte am Donnerstag einen Demonstrationsbetrieb des Projekts „Franz“ in Niedersachsen. Das Projekt erprobt, wie Biodiversität und eine moderne, leistungsfähige Landwirtschaft so gelingen können, dass Felder ertragreich bewirtschaftet werden und gleichzeitig die Artenvielfalt erhalten beziehungsweise erhöht wird. Franz wird gemeinsam von der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz und dem Deutschen Bauernverband (DBV) umgesetzt. Gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat Hendricks die Schirmherrschaft übernommen. Der rund 220 Hektar große Ackerbaubetrieb der Familie Hartmann in der Lüneburger Heide ist seit Anfang 2017 einer von zehn Demonstrationsbetrieben des Kooperationsprojekts.

„Ich freue mich, dass es auch in der konventionellen Landwirtschaft Vorreiter mit Weitblick gibt, die die Zukunftsaufgabe Naturschutz beherzt anpacken“, erklärte die Umweltministerin. Wichtig sei, dass die Agrarförderung der EU nun schrittweise geändert werde. Die Zahlungen sollen einerseits unbürokratisch und kostendeckeckend und andererseits auch verbindlicher an Naturschutzfragen orientiert sein. Welche Maßnahmen derzeit auf dem Betrieb erprobt werden, erläuterte der Betriebsleiter Jochen Hartmann: „Wir haben dieses Frühjahr mehrere Blühstreifen und Feldlercheninseln im Getreide mit Erbsen angelegt. Einen Teil unserer Braugerste bewirtschaften wir zudem extensiv und somit ohne Dünger und Pflanzenschutzmittel.“

„So wie Hartmann wollen auch viele andere Landwirte Naturschutzmaßnahmen umsetzen“, erklärte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken, der die Ministerin begleitete. Dies müsse aber praxisgerecht erfolgen. Viele bürokratische Vorgaben beim Greening und in Agrarumweltprogrammen würden das Risiko bergen, für Formfehler und geringfügige Ungenauigkeiten, zum Beispiel bei der Vermessung der Flächen, finanziell abgestraft zu werden. Das sei ein Hindernis für das Engagement der Landwirte.

„Nur wenn es gelingt, über den Dialog und die enge Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz wirtschaftlich tragfähige und praxistaugliche Lösungen für den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft zu verwirklichen, schaffen wir die Basis für eine stärkere Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen“, verdeutlicht Stephan Zirpel, Geschäftsführer der Michael-Otto-Stiftung für Umweltschutz.

Wissenschaftlich begleitet werden die zehn Demonstrationsbetriebe in intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften durch verschiedene Forschungseinrichtungen und Fachexperten in den Projektregionen. Die Förderung des Projekts erfolgt mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank und der Bundesanstalt für Landwirtschaft mit Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums sowie durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. (SB)
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