GVO-Anbauverbot

Hendricks prescht vor

Nur als persönliche Meinung darf Bundesumweltministerin Barbara Hendriks im EU-Umweltrat kommende Woche GVO-Anbauverbote durch EU-Mitgliedstaaten befürworten. Sie werde dort deutlich machen, dass die Bundesregierung noch etwas Zeit für die Positionierung brauche, erklärte die Ministerin in einem Interview mit Zeitonline.

Zur Debatte steht in EU-Umweltrat eine Regelung, nach der in der EU zugelassene gentechnisch veränderte Organismen (GVO) national verboten werden können. Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich blockierten bisher den Vorschlag der EU-Kommission. Doch die umstrittene Abstimmung über die GVO-Maislinie 1507 am 11. Februar hat Bewegung in die Verhandlungen gebracht.

Das Vereinigte Königreich erklärte sich inzwischen mit einem überarbeiteten Kommissionsvorschlag einverstanden. Deutschland will seine Position zumindest überdenken. In dem Zeitonline-Interview sprach sich Hendricks zudem für eine Kennzeichnung von Fleisch und Milcherzeugnissen aus, wenn die Tiere mit GVO gefüttert wurden.

Die Verbraucher interessierten sich nicht nur für die unmittelbaren Produkteigenschaften sondern auch für die Bedingungen über den gesamten Erzeugungsweg hinweg, erklärte die Ministerin. Nach ihrer Ansicht brauchen Landwirte keine Gentechnik. Der Saatgutindustrie rät die Ministerin, nicht mit der Brechstange auf GVO-Zulassungen zu drängen. (Mö) 
 
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