Barbara Hendricks, Bundesumweltministerin, und Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, präsentieren den Bericht zur Lage der Natur heute in Berlin.
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Barbara Hendricks, Bundesumweltministerin, und Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, präsentieren den Bericht zur Lage der Natur heute in Berlin.

Hendricks ist im Ringen um den Schutz von Grünland innerhalb der Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland zu keinen Zugeständnissen bereit. „Ich setze darauf, dass die Einigung mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium bestehen bleibt“, sagte sie heute gegenüber agrarzeitung.de.

Im Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland hatten die beiden Ministerien vereinbart, dass künftig in Natura-2000-Gebieten ein pauschales Umbruchverbot in Grünland gilt. Dagegen regt sich in der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag Widerstand. Die Union will diese Vereinbarung im Bundestag kippen und zumindest einen Pflegeumbruch erlauben.

Bundesrat hat Mitsprache

Hendricks verwies darauf, dass die Regeln auch die Zustimmung im Bundesrat brauchen. Sie sei zuversichtlich, dass dieser dafür sorgen werde, dass in Natura-2000-Gebieten keine weiteren Flächen mehr umgebrochen werden, sagte sie weiter.

Die Umweltministerin nannte den Schutz von Grünland als eines der wichtigsten Anliegen in der derzeitigen Naturschutzpolitik. „Was wir dringend brauchen, sind blühende Wiesen - und die sind überall in Deutschland bedroht“, sagte Hendricks anlässlich der Vorstellung des neuen Berichtes zur Lage der Natur zusammen mit Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN), heute in Berlin. Ein Handeln sei deshalb gerade in der Landwirtschaft nötig, um insbesondere den Verlust von Pflanzen-, Insekten- und Amphibienarten in der Kulturlandschaft zu stoppen. „Ich erwarte, dass die Landwirte mehr dafür tun“, sagte Hendricks.

Mit Greening unzufrieden

Die Ministerin machte keinen Hehl daraus, das ihr die Anforderungen an die Landwirtschaft beim Greening im Zuge der EU-Agrarreform nicht weit genug gehen. Da die Verhandlungen im Großen und Ganzen jedoch vor ihrer Amtszeit statt gefunden haben, sieht sie keine weitreichenden Einflussmöglichkeiten mehr. „Gegen Ende der Legislaturperiode steht jedoch die Überprüfung der Agrarreform an, da werden wir noch was tun müssen“, kündigte Hendricks heute an. (sta)
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