Freihandelsabkommen

Herkunft ist Qualitätsmerkmal


Natürlich werde man keine Herkunftsbezeichnungen für das TTIP-Abkommen aufgeben, zitiert der Bayerische Rundfunk einen Sprecher der EU-Kommission. Denn diese geschützten Herkunftsangaben seien wichtige Qualitätsmerkmale. Die EU verfolge das Ziel, die Herkunftsbezeichnungen auch auf dem kanadischen und amerikanischen Markt zu etablieren. Die CDU-Abgeordnete im Europaparlament Renate Sommer bekräftigte ihre Forderung. Sollten die USA darauf bestehen, die Lebensmittelgesetze der EU aufweichen zu wollen, dann müsse man den Bereich Agrar und Lebensmittel gänzlich aus dem TTIP-Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU ausklammern.

Seit Bekanntwerden des Interviews von Schmidt mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" ist die Debatte über regionale Spezialitäten fortgeführt worden. Nach Ansicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) sei das Ganze ein "Ablenkungsmanöver". Das Gerede über Spezialitäten und bürokratischen Bezeichnungsschutz lenke von der eigentlichen Frage der TTIP-Verhandlungen ab, erklärte ein Sprecher des Verbandes in der "Passauer Neuen Presse". Das entscheidende Problem sei vielmehr, gleiche Wettbewerbsbedingungen und die Erhaltung deutscher und europäischer Produktionsstandards zu erhalten.

Der Vorsitzende des Schutzverbandes Nürnberger Rostbratwürste e.V. Rainer Heimler verteidigt die geschützte Herkunftsangabe des fränkischen Traditionsprodukts. Dem Bayerischen Rundfunk sagte er: "Niemand ist je davon ausgegangen, dass alle Zutaten der Nürnberger Rostbratwurst auch aus Nürnberg kommen. So viele Schweine gibt es hier überhaupt nicht."

Schmidt hatte angemerkt, dass die EU auch solche Spezialitäten schütze, deren Grundstoffe längst nicht mehr nur in ihren Heimatregionen hergestellt werden. Darüber hätte sich Michael Froman, Handelsbeauftragter der USA,  bei einem Treffen in Washington beschwert. (da)
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