Frankreich

Herkunftskennzeichnung wird verpflichtend


Zunächst soll es sich um ein Experiment handeln. Der französische Landwirtschaftsminister Stephane Le Foll kündigte an, die Kennzeichnungspflicht trete am 1. Januar 2017 in Kraft und gelte dann für zwei Jahre. Frankreich verspricht sich davon einen besseren Absatz für heimische Erzeugnisse. In der EU sind Angaben über die Herkunft von Milch und Fleisch in Verarbeitungsprodukten freiwillig. Der Europäische Verband der Milchindustrie (EDA) kritisiert das Vorhaben. Die EU habe es verpasst, den gemeinsamen Binnenmarkt zu schützen, bemängelt EDA-Geschäftsführer Alexander Anton. Er sieht besonders Molkereien an grenznahnahen Standorten in Gefahr. Diese bezögen die Milch aus mehreren EU-Mitgliedstaaten und stünden mit der Kennzeichnungspflicht vor komplizierten oder gar unmöglichen Aufgaben.  Anton bezweifelt zudem, dass es bei einem vorübergehenden Experiment in Frankreich bleibt. Italien und andere EU-Mitgliedstaaten könnten sich anschließen. Und wenn die Kennzeichnung einmal eingeführt sein, bleibe sie und störe dauerhaft den EU-Binnenmarkt, befürchtet die EDA. (Mö)
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