Neonicotinoide

Hersteller empfehlen Aktionsplan


Patt-Situation
Die beiden Pflanzenschutzmittelhersteller wollen nach eigener Aussage dazu beitragen, die „Patt-Situation in der EU zum Thema Bienengesundheit aufzulösen". Diese sei entstanden, weil es EU-Kommission und EU-Mitgliedstaaten nicht gelungen sei, sich auf eine angemessene Reaktion auf einen Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) zu einigen. Die Efsa hatte das Risiko von neonicotinoidhaltigen Pflanzenschutzmitteln für die Bienengesundheit untersucht.
Nachdem sich im März im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette die EU-Mitgliedstaaten nicht auf eine gemeinsame Linie einigen konnten, steht im April in Brüssel die nächste Sitzung eines Berufungsausschusses an. Die EU-Kommission will nach wie vor Verbote für Neonicotinoide durchsetzen.

Um solche Verbote noch abzuwenden, haben Bayer Crop Science und Syngenta jetzt einen 10-Punkte-Plan vorgestellt. Er sieht unter anderem vor, Ackerrandstreifen mit pollenreichen Blütenpflanzen dort anzulegen, wo bienenattraktive Kulturen wachsen, die mit Neonicotinoiden behandelt werden. Damit würde Lebensraum und Nahrung für Bienen geschaffen. Die beiden Unternehmen zeigen sich überzeugt, dass damit einer der Hauptfaktoren für die Verschlechterung der Bienengesundheit angegangen würde. Außerdem empfehlen die Hersteller umfangreiche Monitoring-Programme, um die  Bienengesundheit sowie Rückstände chemischer Pflanzenschutzmittel zu überwachen. Dazu sei auch der Informationsaustausch zwischen Landwirten und Imkern zu verbessern.

Die Beizung mit Neonicotinoiden soll nach Überzeugung beider Firmen nur an dafür zertifizierten Produktionsstandorten mit Qualitätssicherungsprogramm erlaubt sein. Für die Aussaat wünschen sich die Hersteller strenge Auflagen für eine geeignete Technologie mit möglichst geringer Staubentwicklung. Bayer Crop Science und Syngenta verpflichten sich, solche Technologien zur Risikominderung weiter zu entwickeln. (db)
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