Glyphosat

Hersteller rechnen mit Zustimmung


Frühestens am Abend des 8. März 2016 sei mit der Bekanntgabe der Entscheidung zu rechnen, so die Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG) bei einem Informationsgespräch am Donnerstag in Berlin. Von einer Zustimmung Deutschlands als Berichterstatter in dem Prozess könne ausgegangen werden. Eine gewisse Unsicherheit bestehe noch wegen eines möglichen Vetos des Umweltbundesamtes (UBA). Dieses hatte Bedenken hinsichtlich negativer Wirkungen auf die Biodiversität in der Umwelt geäußert.

Aufgrund des in Deutschland hoch angesiedelten Umweltschutzes besitzt das UBA den Charakter einer „Einvernehmensbehörde" mit besonderem Stimmrecht. Andere Institutionen wie das Bundesinstitut für Risikobewertung gelten dagegen als „Benehmensbehörden", deren sachliches Urteil erfragt wird. Eine Ablehnung durch das UBA könnte Deutschland zu einer Enthaltung zwingen. Doch auch in diesem Fall erscheine die qualifizierte Mehrheit sicher, so die AGG. Soweit bisher bekannt, werde nur Schweden gegen die Verlängerung um 15 Jahre votieren.

Nach einer grundsätzlichen Zustimmung für die Verwendung des Wirkstoffs sehen sich alle Anbieter mit weiteren Anforderungen konfrontiert. Denn nach dem Stichtag 1. Juli 2016 müssten Zulassungen für alle Produkte mit dem Wirkstoff Glyphosat beantragt werden. Dies ist dann Angelegenheit jedes Einzelunternehmens. Die AGG als Gemeinschaftsorganisation würde sich dann auflösen. Nach Aussage von Vertretern der AGG sei mit weiteren umfassenden Kampagnen der Glyphosat-Kritiker zu rechnen. Diese werden sich ihrer Meinung nach dann gegen die Einzelunternehmen sowie die jeweiligen Produktformulierungen richten. „Das Thema Glyphosat bleibt uns sicher erhalten", zeigen sich die AGG-Vertreter überzeugt. (jst)
stats