Braucht Tee ein MHD? Verbraucher sagen Nein.
-- , Pixelio/Timo Klostermeier
Braucht Tee ein MHD? Verbraucher sagen Nein.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) spricht sich für Veränderungen beim Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) aus. Bei Lebensmitteln, die durch den Ablauf des Datums nicht schnell zu verderben drohen, wie Mehl, Reis, Nudeln oder Mineralwasser könne die Angabe des Herstellungsjahres statt des Mindesthaltbarkeitsdatums einer vorschnellen Entsorgung vorbeugen, heißt es in einer Erklärung des Verbandes.

Schmidt arbeitet an EU-weiter Änderung


Mit diesem Statement unterstützt der DBV Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Er hatte am Wochenende Veränderungen beim Mindesthaltbarkeitsdatum vorgeschlagen. In einem Interview mit der Funke-Mediengruppe kritisierte er die zu "großen Sicherheitspuffer" der Hersteller. Bei Nahrungsmitteln, die schlecht werden können, soll das Mindesthaltbarkeitsdatum zu einer "qualifizierten Verbraucherinformation" weiter entwickelt werden. So sollten beispielsweise Milch oder Schinken ein echtes Verfallsdatum erhalten. Bei lange haltbaren Lebensmitteln wie Reis und Mehl reiche laut Schmidt das Herstellungsdatum aus. Schmidt kündigte den baldigen Entwurf einer EU-weiten Richtlinie an.

Viele Missverständnisse


Bei vielen Verbrauchern sei der falsche Eindruck entstanden, der Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums sei mit dem Verderb der Produkte gleichzusetzen, erklärt der DBV weiter. Zu dieser Aussage passen die Ergebnisse des Eurobarometers der EU Kommission vom Herbst 2015. 38 Prozent der deutschen Verbraucher sind demzufolge der Meinung, dass eine bessere Erklärung der Begriffe "Mindesthaltbarkeitsdatum" und "Verfallsdatum" bei der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung helfen würde. 73 Prozent könnten auf ein Mindesthaltbarkeitsdatum auch bei Reis, Nudeln, Kaffee und Tee verzichten. Bisher können Hersteller nur bei einigen nicht verderblichen Lebensmitteln wie Salz, Zucker oder Essig das Mindesthaltbarkeitsdatum weglassen. (kbo)


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