EU-Förderprogramme

Hilse zweifelt an Meyers Plänen


Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) will in den kommenden Jahren mehr Geld für Tierwohlprogramme und die höhere Förderung des Ökolandbaus ausgeben. Dazu werde das Programm zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum (PFEIL) geändert, teilte Meyer heute mit. Neben der Förderung in Höhe von rund 100 Mio. € Euro für Grünland von Milchbauern werde auch eine Weideförderung und eine neue Tierwohlprämie für Sauenhalter eingeführt, so der Minister. Bisher zahlt Niedersachsen bereits Zuschüsse an Schweinehalter, die auf das Kürzen der Schwänze, und an Legehennenhalter, die auf das Kürzen der Schnäbel verzichten.

Umsteller erhalten mehr Geld

Aufgestockt werden auch die Prämien für den Ökolandbau. Geplant ist eine Erhöhung der Umstellungsprämien um etwa 39 auf 403 €/ha. Die Beibehaltungsprämie soll auf 273 €/ha steigen. Auch einige Prämien für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen sollen angehoben und die Förderbedingungen für die teilnehmenden Landwirte attraktiver gestaltet werden, kündigte Meyer an.

Bioproduktion behutsam steigern

Landvolkpräsident Werner Hilse sieht die höheren Prämien für die Umstellung auf Ökolandbau mit gemischten Gefühlen. „Bioprodukte können ihren Preisvorteil nur wahren, wenn der Markt behutsam analog der Nachfrage wächst“, dämpft Landvolkpräsident Werner Hilse zu hohe Erwartungen und warnt zugleich vor politisch verursachten Marktverwerfungen in einem bislang gut laufenden Segment.

Umschichtungen sind für Landvolk tabu

Das Landvolk befürchtet, dass die höheren Fördersätze für Ökolandbau und Tierschutzmaßnahmen Kürzungen bei anderen Zahlungen führen, wie beispielsweise der Ausgleichszulage, von der alle landwirtschaftlichen Betriebsinhaber profitieren. „In der aktuellen Krise sind jegliche Einschnitte bei Einkommensbeihilfen für landwirtschaftliche Familienbetriebe undenkbar, auch Umschichtungen innerhalb der EU-Gelder sind für uns tabu“, stellt Hilse klar. (SB)
stats