Die verfahrene Diskussion um die Revision der EU-Öko-Verordnung unter Agrarkommissar Dacian Ciolos könnte nun ein Ende finden. Unter neuer Leitung des Agrarressorts könnte der Entwurf für eine völlige Neufassung, der durchweg auf Kritik gestoßen war, vom Tisch sein. Diese Hoffnung äußern Verbandsvertreter im Gespräch mit agrarzeitung.de (az). Zuletzt hatten sich auch die Bundesländer bei der Agrarministerkonferenz (AMK) gegen die Neufassung aus dem Hause Ciolos ausgesprochen.

Die Bundesländer haben mit Beginn der neuen EU-Förderperiode ihre Förderung für den Öko-Landbau überarbeitet. So steigen im nächsten Jahr die Prämien für Bio-Betriebe nach einer Zusammenstellung von Bioland. Nun fördern wieder alle Länder auch die Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweise. Hierfür hatte Brandenburg zuletzt keine Unterstützung gegeben.

Im Bundesdurchschnitt erhöht sich die Beibehaltungsprämie für Acker- und Grünland um 50 €/ha gegenüber 2012. Auch wenn die Prämie im Bundesdurchschnitt 2015 bei 217 €/ha liegen wird, sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern erheblich. Öko-Anbauverbände kritisieren die Marktverzerrung, die dadurch entsteht.

Mecklenburg-Vorpommern, dessen Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus zuletzt die rückläufige Öko-Fläche beklagt hat, bildet nun fast schon das Schlusslicht in der Förderung. Vertreter der Anbauverbände, die den Rückgang nicht bestätigen können, vermuten, dass vor allem Grünlandbetriebe aussteigen, die keinem Verband angehören. Sie optimierten ihren Betrieb nach den Prämien, so die Erklärung. (brs)
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