Milchkrise

Hogan wendet sich an Milcherzeuger


Vor dem Sondertreffen der EU-Landwirtschaftsminister am 7. September hat EU-Agrarkommissar Phil Hogan heute in Brüssel auf die schwierige Situation der europäischen Landwirte hingewiesen. "Ich habe die Entwicklungen der Preise und Exporte in den verschiedenen Sektoren über die vergangenen Wochen und Monaten genau beobachtet. Besonders für den Milchsektor und Schweinefleischproduzenten gibt es Schwierigkeiten", sagte er.

Er erwarte für den 7. September Entscheidungen, sowohl über kurz- als auch längerfristige Unterstützung für die europäischen Landwirte. "Aber es gibt Grenzen dessen, was die Kommission tun kann", sagte Hogan. Er sprach sich gegen eine auch temporäre Wiedereinführung von Milchquoten aus. "Die Milchquote ist ausgelaufen, und zwar für immer", so der Agrarkommissar.

Vorabtreffen mit Agrarministern

Hogan hat sich bereits mit den Agrarministern aus Litauen und Lettland getroffen, jetzt ist er auf dem Weg nach Österreich und Irland. Am Donnerstag will er mit Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) telefonieren.

Seine Vorschläge unterbreitet er den EU-Agrarministern am 7. September in Luxemburg und dem Europäischen Parlament am 8. September. "Jedoch sollten wir in Reaktion auf die derzeitigen Herausforderungen keine Maßnahmen ergreifen, die die Marktorientierung der Gemeinsamen Agrarpolitik heute oder in Zukunft aufs Spiel setzen", sagte Hogan. Nach Recherchen von agrarzeitung.de könnte Hogan Geld für mehr Exportaktivitäten locker machen. Hier wäre die Verwendung der Superabgabe möglich. Die EU-Kommission hat bereits die private Lagerhaltung für Milchprodukte bis 2016 verlängert. Auf jeden Fall muss die EU-Kommission etwas tun, denn zu viele Länder sind von der aktuellen Krise betroffen und der Druck steigt. (da)
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