Klimaabkommen

Hungerbekämpfung hat Vorrang


Im Klimaabkommen von Paris haben die Teilnehmerstaaten die Bedeutung der Ernährungssicherheit hervorgehoben. Im Anhang des Dokumentes wird auf den Vorrang der Ernährungssicherung und der Beendigung des Hungers verwiesen. Außerdem wird klargestellt, dass die Systeme zur Lebensmittelproduktion selbst vom Klimawandel betroffen sind. Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen dürfen nicht die Lebensmittelproduktion bedrohen.

Dies ist als Warnung vor einer zu starken Förderung der Bioenergie zu verstehen. Für Preisspitzen auf den Märkten für Getreide und Ölsaaten waren in der Vergangenheit der zugleich hohe Rohölpreis und die dadurch gesteigerte Produktion von Bioethanol und Biodiesel verantwortlich gemacht worden. Die steigenden Preise für Lebensmittel hatten in Entwicklungs- und Schwellenländern zu Protesten und innenpolitischen Krisen geführt. Ein erneuter Tank-Teller-Konflikt, ausgelöst durch Maßnahmen gegen den Klimawandel, soll nach dem Willen der Unterzeichnerländer in Zukunft vermieden werden. (SB)
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