Antibiotikamonitoring

ISN kritisiert Laves


Im Interview mit der agrarzeitung (az) hatte der Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), Prof. Eberhard Haunhorst, schärfere Maßnahmen für Tierhalter angedroht. Wenn diese beim Antibiotikamonitoring nicht ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen würden, drohen ihnen Bußgelder. Haunhorst betonte aber auch
den Tierhaltern ausreichend Zeit geben zu wollen, sich auf das System einzustellen.

Fristen im Januar nicht versäumen
Bis zum 16. Januar müssen Tierhalter eine Mitteilung zum Tierbestand und Bestandsveränderungen für den Zeitraum 1. Juli bis 31. Dezember 2015 in der HIT-Datenbank abgeben.

Bis zum 14. Januar müssen Tierhalter gegenüber der zuständigen Behörde versichern, bei der Behandlung nicht von der Anweisung des Tierarztes abgewichen zu sein. Tierhalter, die keinen Dritten zur Eingabe der Arzneimittel-Anwendungs- und -Abgabebelege beauftragt haben, müssen diese Daten bis zum 14. Januar selbst eingeben.

Die ISN empfiehlt, den Bestandstierarzt zu beauftragen, die Antibiotika-Abgaben und -Anwendungen in die QS-Datenbank zu melden und QS als sogenannten Dritten zu beauftragen, diese Daten an die staatliche Datenbank zu übertragen.
Das Laves habe die Überwachung des gesamten Bereichs der Landwirtschaft als wichtige Einnahmequelle entdeckt, kommentiert die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) die Pläne der Behörde. „Neben der Futtermittelüberwachung hat die Behörde nun wohl den Bereich der Kontrolle von Antibiotikaeinsätzen als Goldesel ins Visier genommen“, ärgert sich die ISN.

Bußgelder drohen bei fehlenden, verspäteten oder falschen Meldungen und Maßnahmenplänen. So sind zuletzt rund 25 Prozent der Maßnahmenpläne verspätet eingetroffen. Die Schwerpunkte der Vor-Ort-Kontrollen liegen bei Betrieben mit Nullmeldung sowie bei Überschreitung der Kennzahl 2. Kontrollen werden derzeit noch beim Tierhalter angemeldet, die Kosten müssen die Landwirte tragen.

Das Laves habe zusätzliche Mitarbeiter für die Verarbeitung der Daten, die Kontrolle der Maßnahmenpläne, die behördlichen Anordnungen und die Betriebskontrollen eingestellt. Die höheren Kosten sollen nun über die Bußgelder ausgeglichen werden, vermutet die ISN. (SB)
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