5 x D lautet die Qualitätsformel der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Elterntiere, Geburt, Aufzucht, Futter und Schlachtung: Der gesamte Produktionsprozess von der Geburt bis zur Schlachtung findet hierzulande statt. Diese Zusatzleistung erbrächten die Viehhalter für den Lebensmitteleinzelhandel. Umso mehr ärgert die ISN, dass dafür die Wertschätzung fehlt.

ISN wendet sich gegen Entwertung von Qualitätsware wie hier im aktuellen Netto-Verkaufsprospekt
-- , Foto: ISN
ISN wendet sich gegen Entwertung von Qualitätsware wie hier im aktuellen Netto-Verkaufsprospekt
Auslöser der Empörung ist das aktuelle Werbeplakat der Netto-Märkte. Dort wird zwar mit deutscher Qualität geworben. Doch zur Markteinführung dieser  Qualitätsprodukte sei der Preis um bis zu 13 Prozent reduziert worden. Dies sei eine komplett verfehlte Preispolitik und ein Stück weit schizophren, heißt es bei der ISN. Wenn man meine, sich bei jedem angepriesenen Qualitätsaspekt zusätzlich über den Preis profilieren zu müssen, könne man nur scheitern. Das Verramschen von Lebensmitteln – und insbesondere eines so wertvollen wie Fleisch - sei ein Unding, bemängelt die ISN. 


Am Markt für Schlachtschweine bleibt die wirtschaftliche Lage der Mäster angespannt. Das Niveau der Auszahlungspreise der Schlachtereien sinkt. Der Preis der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) liegt derzeit bei 1,36 €/kg Schlachtgewicht. Im Juni 2015 erreichte er noch 1,50 €/kg.


Das Fleischgeschäft bleibt schwierig. Im ersten Halbjahr 2015 gab es einen auffälligen Rückgang der privaten Einkaufsmengen bei Schweinefleisch. Die aus Verbrauchersicht günstigen Preise hatten bislang keine Nachfragebelebung zur Folge. (kbo/HH)
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