Nachhaltigkeit

Industrieländer als Vorbild


Bereits am 31. Mai 2016 wird Deutschland einen Zwischenstand seiner Nachhaltigkeitsstrategie vorlegen, so Alexander Müller in dieser Woche im Gespräch mit agrarzeitung.de in Berlin. Müller ist Vorsitzender der in dieser Woche tagenden internationalen Konferenz der Vereinten Nationen (UN) zur Umsatzung der Strategischen Entwicklungsziele (SDG). In dieser Funktion verweist Müller auf erforderliche Anstrengungen auch in Deutschland. Nur wenn die entwickelten Länder einen umfassenden Beitrag zu den 17 beschlossenen SDG leisten, würden auch die ärmeren Länder folgen. Der Landverbrauch als ein Ziel werde beispielsweise in Deutschland seit langer Zeit konsequent verfehlt. Noch immer würden täglich mindestens 70 ha fruchtbaren Landes für andere Zwecke verbraucht, sagte Müller.

Alexander Müller
-- , Foto: az/jst
Alexander Müller
Ganz generell müsse sich die Landwirtschaft verstärkt in den Prozess der Nachhaltigen Entwicklung einbringen, appelliert Müller. Derzeit werde der Beitrag Deutschlands im Bundeskanzleramt erarbeitet. Er sei jedoch sehr froh, dass sich das Bundeslandwirtschaftsministerium an diesem Prozess beteilige und auch finanziell Unterstützung leiste. Sicher sei, dass die auf nationaler Ebene definierten Ziele auch im internationalen Kreis eingehend diskutiert würden. Dort würden auch Fragen zur Produktionsintensität und Rohstofferzeugung und -Verwendung stärker Beachtung finden. Daraus ließen sich direkte Wirkungen auch auf die Produktionsziele in den jeweiligen Ländern ableiten. Davon betroffen sein würden selbstverständlich auch die Industrieländer.

In den Jahren von 2001 bis 2006 war Alexander Müller Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium. Im Anschluss daran übernahm er den Posten des stellvertretenden Generalsdirektors in einer Abteilung der Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Seit 2013 ist Müller Mitglied des Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE) in Deutschland und berät die Bundesregierung. (jst) 
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