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Zum zweiten Mal in Folge verschlechtert sich die Stimmung in der Landwirtschaft. Die Werte des Konjunktubarometers, die der Deutsche Bauernverband, (DBV) heute in Berlin vorstellt, sind erneut eingebrochen. Zugleich ist auch die Investitionsbereitschaft für das 1. Halbjahr 2015 drastisch um etwa ein Viertel zurückgegangen. Hauptursache sind niedrige Erzeugerpreise für Milch, Schlachtschweine, Ferkeln, Obst und Gemüse. 

Aktuell ist der Konjunkturindex gegenüber der vorangegangenen Erhebung im September 2014 von 19,2 auf 16,7 Punkte weiter zurückgegangen. Im Juni 2014 lag dieser Wert noch bei 30,7 Punkten.Sowohl Futterbau- als auch Veredlungsbetriebe schätzen ihre aktuelle Lage gegenüber September deutlich schlechter ein. Ackerbaubetriebe kommen auf Grund wieder etwas anziehender Getreidepreise zu einer günstigeren Einschätzung. Besonders negativ blicken die Futterbaubetriebe in die Zukunft. Ihr Pessimismus hat gegenüber der vorangegangenen Erhebung nochmals deutlich zugenommen. Veredlungsbetriebe dagegen sehen der Zukunft wieder etwas positiver entgegen. Der Anteil der Veredlungsbetriebe, der in Zukunft eine bessere wirtschaftliche Entwicklung erwartet, ist im Vergleich zu anderen Betriebsformen relativ hoch.

Die negative Beurteilung führt der DBV auch auf die Einführung des Mindestlohnes und die Unsicherheit über die Umsetzung der EU-Agrarreform zurück. Positiv auf die wirtschaftliche Stimmungslage der Landwirte wirkten sich die niedrigen Energiepreise und wieder anziehende Getreidepreise aus. Neben den Milch- und Schweinepreisen werden vor allem die hohen Pachtpreise als belastend eingeschätzt. Die Investitionsbereitschaft der Landwirte ist nach den Ergebnissen des Dezember-Konjunkturbarometers erheblich zurückgegangen. Nur noch 34 Prozent der Landwirte wollen im ersten Halbjahr 2015 investieren; vor einem Jahr waren es noch entsprechend 40 Prozent. Das geplante Investitionsvolumen fällt von 6,3 auf 4,7 Mrd. €. (da/jst)
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