Politiker sprechen bereits von einem Apfelkrieg
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Politiker sprechen bereits von einem Apfelkrieg

Der österreichische Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter ruft seine Bürger nach dem russischen Importstopp für europäische Lebensmittel zu Gegenmaßnahmen auf. "Wenn jeder einen Apfel pro Woche mehr isst, dann können wir diesen Marktausfall im Obst- und Gemüsebereich schließen", sagte der Minister gegenüber dem österreichischen Rundfunk. Auch die lettische Regierungschefin Laimdota Straujuma hat die Letten aufgerufen, mehr einheimische Waren zu kaufen.

In Polen ist die Unterstützung der heimischen Obstbauern gar zu einer Volksbewegung geworden. Unter dem Twitter-Slogan "Iss Äpfel gegen Putin!" wird um Solidarität geworben. Firmen kaufen Kistenweise Äpfel für ihre Mitarbeiter, Gaststätten verschenken sie an die Gäste. 500 Mio. € Verlust befürchten die polnischen Apfelbauern. Rund die Hälfte der polnischen Äpfel wird nach Russland geliefert. Polens Präsident Bronisław Komorowski sprach gar von einem "Apfelkrieg".

Auch Holland hat im Jahr 2013 Agrarerzeugnisse im Wert von rund 500 Mio. € nach Russland verkauft. Diese Ausfuhren hätten für die Unternehmen etwa 300 Mio. € an Gewinnen gebracht, errechnete das statistische Amt des Landes. Landwirte bangen um ihre Einkommen.

Währenddessen sucht und findet Russland andere Quellen zum Import von Lebensmitteln. Das Land hat eine Zollunion mit Weißrussland und Kasachstan. Lebensmittel, die dorthin geliefert werden, können nach Russland weiterexportiert werden. Laut der Nachrichtenagentur Reuters stiegen in Russalnd die Lebensmittelpreise um durchschnittlich 5 Prozent.

Gestern hatte Agrarkommissar Dacian Ciolos angekündigt, dass für Obst- und Gemüsebauern, die von dem Importstopp Russlands betroffen sind, 125 Mio. € Direkthilfen in der EU zur Verfügung stehen. (hed)
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