Die kalifornische Umweltschutzbehörde will das nicht-selektive Herbizid Glyphosatd auf die Liste der krebsverursachenden Mittel im US-Bundesstaat setzen. Seit 1986 gilt in Kalifornien das „Safe Drinking Water and Toxic Enforcement Act, 1986”, kurz Proposition 65 genannt. Damit soll sauberes Trinkwasser gefördert werden. Demnach ist die Umweltschutzbehörde verpflichtet, krebserregenden Substanzen in Lebensmittelln zu verhindern, um Schäden von den Verbrauchern abzuwenden. Die zur Weltgesundheitsorganisation zählende IARC hatte im Frühjahr Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Mit dem Herbizdid wird zur Sikkation vor der Ernte und zur Stoppelbearbeitung gegen Auflaufgetreide nach der Ernte eingesetzt.

Auch in anderen Ländern steigt der Widerstand gegen Glyphosat. Die französische Umweltministerin Segolene Royal hatte die Gartencenter in ihrem Land bereits im Juni aufgefordert, das Unkrautvernichtungsmittel Roundup des US-Herstellers Monsanto aus dem Verkauf zu nehmen. In Deutschland haben ebenfalls einige Bau- und Gartencenter die Mittel aus den Regalen genommen. Auch in der Schweiz ist das Mittel für Privatpersonen verboten. In der Vorwoche hatte ein Gericht in Lyon Monsanto verurteilt. Der US-Konzern muss einem französischen Landwirt eine volle Schadensersatzzahlung leisten. Der Landwirt hatte im Jahr 2004 die Dämpfe eines Monsanto-Pestizids Lasso eingeatmet. Lasso ist in Frankreich verboten.

Das Office of Environmental Health Hazard Assessment in Kalifornien will Glyphosat gemäß dem Proposition 65 Gesetz auf die Liste stetzen, in der bereits 800 bekannte krebsauslösende Wirkstoff aufgeführt sind. Das Gesetz verlangt, dass alle Produkte, die diese Chemikalien enthalten, als gesundheitsgefährend gekennzeichnet werden. Round up ist in den USA auch in gentechnisch verändertem Mais. Beoachter gehen davon aus, dass Monsanto gegen diese Bewertung einschreiten wird. (az)
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